Wie bringe ich am bestem meinem Kind deutsch lesen bei? - ist eine der Hauptfragen für deutschsprachige Eltern im Ausland. Das Kind spricht und versteht deutsch, mehr oder weniger. Wir machen uns Gedanken wie es am besten lesen lernt, wann damit anfangen etc.
Was passiert denn beim Lesenlernen?
Ich habe noch nirgends gelesen, wie der Mensch das Lesen erlernt. Die Betonung liegt auf wie.
Wenn ihr mir Material, Artikel, Buch, o.ä., nennen könnt, wo der Prozess des Lesenlernens beschrieben wird, dann werde ich dem sofort nachgehen. Ich habe in meiner Ausbildung gelernt, dass die Forschung immer noch nicht weiß, was bei dem "Klick" im Gehirn passiert, wenn ein Kind plötzlich weiß, dass "rrr"--"aaa"--"ddd" = Rad ergibt.
Das erklärt auch, warum es so viele "Leselernmethoden" gibt. Die eine scheint bei diesen, die andere bei jenen Kindern am besten zu funktionieren.
Tatsache ist, dass - ob wir es bewusst mitbekommen oder nicht - alle Kinder erst auslauten können bevor sie lesen können. Mit Auslauten meine ich, mit Lauten ein Wort zusammenstellen. So in etwa: "Also, Mama fängt mit mmmmmmm an.... dann aaaaaaaaaa, dann nochmal mmmmm, dann aaaaaaaa. M-a-m-a..."
Ich habe oft Kinder erlebt, wie sie entweder mit Magnetbuchstaben o.ä. Wörter legten, oder selber Wörter schrieben, und diese Wörter am nächsten Tag selber nicht lesen konnten. (Es sei denn, sie erinnerten sich was sie schrieben.)
Das Auslauten-Lernen kann man unterstützen, indem man Zeichen für die Laute zur Verfügung stellt, die Buchstaben. Das Lesen kommt "von allein", immer, auch in der Schule.
Wenn wir dem Kind Silben oder Wörter zeigen und sagen, was da steht, "da steht nn aaa, das macht na", dann merkt sich das Kind vor allem die Laute. Vielleicht auch das Wortbild, und lernt das ganze Wort wie ein Wortzeichen. Das ist nicht grundsätzlich eine "schlechte Methode", wenn es um das Lesenlernen selbst geht.
Auslauten gelernt zu haben hilft aber, wenn es später um die Rechtschreibung geht. Das scheint erstmal nicht offensichtlich. Aber ein Kind, das Auslauten kann, und später, wenn es lesen kann auch die Rechtschreibung lernt, kann sich eventuelle Regeln besser merken als Kinder, die Worte nur als "Buchstaben-Gruppenbilder" gelernt haben.
Daher brauchen wir erst einmal nichts anderes zu tun als den Grundstock zu bilden: die deutschen Laute (nicht Buchstabennamen!) zu vermitteln. Am besten das Kind hat selber Buchstaben zur Verfügung, Fühlbuchstaben für die Kleineren, oder diese Schaumstoffbuchstaben (als Teppich), oder Magnetbuchstaben, oder für ältere Kinder Buchstaben auf Papier mit einem Bild das ein Wort mit dem Anfangslaut des Buchstabens darstellt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen